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Abenteuer Ausland- Teil I

Hallo, ihr Lieben!

So, endlich schaffe ich es auch mal, mich aus dem schönen Nancy zu melden...eigentlich wollte ich schon Sonntag schreiben, aber das Internet in meinem ganzen Wohnheim ist komplett zusammengebrochen, also muss ich im Moment immer zum nächsten McDonalds (2 Minuten von hier) pilgern, da gibts es nämlich gratis W-Lan. Aber da habe ich einfach nicht die Ruhe um einen großen Erlebnisbericht zu schreiben. Es gibt so viel zu erzählen! Naja, jetzt bin ich auf die Idee gekommen, diesen Text einfach in Ruhe in meinem Zimmer offline zu schreiben und sie dann morgen in Ruhe vom Mäcces hochzuladen. Ich sags Euch: man merkt erst, wie abhängig man vom Internet ist, wenn man es NICHT hat. Das ist wirklich traurig. Aber jetzt mal zu den wirklich interessanten Dingen:

Letztes Wochenende habe ich den Umzug nach Nancy hinter mich gebracht. Meine ganzen Sachen habe ich in zwei großen Campingmobilen locker untergekriegt...ein bisschen Luxus braucht man ja schon. :-P Ich hatte mein Zimmer hier im Wohnheim ja noch in Erinnerung - dachte ich jedenfalls. Als ich dann hier war, habe ich festgestellt: dieses Zimmer ist seit meiner letzten Besichtigung auf jeden Fall um mindestens 4m² geschrumpft!! Naja, meine Sachen habe ich trotzdem alle unterbekommen, nicht zuletzt dank meines schier unfüllbaren Kleider(wand-)schranks! Nach einem Extremshopping in letzter Minute in Köln am Freitag und diversen Shoppingtouren durch die (alle maximal 5 Minuten entfernten) Einrichtungs- und Krimskramsläden, die mein armes Studentinnenbudget doch stark strapaziert haben, habe ich es inzwischen geschafft, mein süßes kleines Zimmer (etwas mehr als 10m² in eine kleine Ecke, wo man sich auch wirklich wohlfühlen kann, zu verwandeln. Ich wohne hier in einem Altbau (ich glaube ein vormaliges Kloster, das Wohnheim wird jedenfalls von Nonnen geführt (für alle, die das noch nicht wussten: JA, ICH, Sabine, wohne wirklich bei Nonnen!!!Hört sofort auf zu lachen!!!) direkt im Zentrum von Nancy gegenüber von der Kathedrale), der Boden ist schief (wenn ich mein Regal anschaue, were ich seekrank ;-)), die Wände scheinen mir aus Pappe zu sein. Jedenfalls höre ich es sogar, wenn meine Zimmernachbarin sich die Zähne putzt...naja, unter diesen Umständen kann ich aber wenigstens gut verstehen, warum Männerbesuch auf den Zimmern strengstens verboten ist :-D . Was das Stromnetz angeht, ist das wohl auch nicht allzu vertrauenswürdig, denn die Sicherung meines Zimmers ist für 2 Ampere ausgelegt. Ich kann mich glücklich schätzen, wenn ich es schaffe, Computer, Drucker, Schreibtischlampe und meine Boxen gleichzeitig am laufen zu haben. Meinen Fön und Wasserkocher kann ich hier total vergessen. Dafür muss ich in den Duschraum gehen. Aber damit kann ich auch leben (vielmehr stört mich wirklich, dass ich kein Internet habe!!!).
Aber das wars auch schon von den Nachteilen. Ich wohne hier wirklich so zentral, zentraler geht es wirklich nicht mehr. Sämtliche Geschäfte, Post, der Place Stanislas (das touristische Zentrum), der nächste Park, die nächste Straßenbahnhaltestelle und alles, was der Mensch sonst zum Leben braucht (nein, dazu zähle ich nicht McDonalds, auch wenn er sehr nah ist) liegt 5 Minuten oder weniger zu Fuß entfernt. Zu meiner Uni und zum Bahnhof sind es knapp 10 Minuten zu Fuß. Auch wenn ich erst seit 3 Tagen wirklich hier wohne, habe ich das wirklich schon zu schätzen gelernt.
Die anderen (bis zu 25) Mädels, die hier wohnen, sind alle sehr nett und die Nonnen geben ihr möglichstes, uns wirklich zu integrieren und uns bei anfänglichen Schwierigkeiten zu helfen. Mit einem Mädchen, Elodie, habe ich mich schon gut angefreundet. Sie wird auch bei Sciences Po studieren, von daher haben wir eigentlich die selben Interessen. Ihre Großeltern sind deutsche, sie spricht fast fließend Deutsch, dagegen fühle ich mich mit meinen Französischkenntnissen doch arg aufgeschmissen. ( Aber sie sagt ungefähr das selbe über mich...) Aber mal wieder stelle ich fest: irgendwie ist es doch sinnvoll, mal ab und zu Vokabeln zu lernen. In Französisch habe ich es ja im Prinzip meine ganze Schulzeit über geschafft, das zu vermeiden. Und in Englisch ist es auch nicht viel besser gewesen. Ich hätte wissen müssen, dass sich das irgendwann rächen wird...
Ich habe hier im Wohnheim Halbpension, unter der Woche muss ich also noch nicht mal kochen. Das Essen hier ist wirklich lecker und pro Mahlzeit hat man kriegt man 4 Gänge: Vorspeise, Hauptgang, Käse, Nachtisch. Die Portionen sind riesig, sodass ich mich mit einem Müsli als Frühstück, Mittagessen im Wohnheim und als Abendessen maximal einem Apfel und keinen kleinen Snacks zwischendurch den ganzen Tag überfüttert fühle. Das hat Elodie heute dazu veranlasst zu bemerken, dass die Deutschen generell ja sehr wenig essen. Also, ich weiß, man kann vieles über mich sagen, aber dass ich wenig esse, DAS war selbst mir komplett neu...
Also alles in allem, war mein Auszug zu Hause nicht der Ausbruch aus dem goldenen Käfig, sondern eher der Umzug in einen anderen, wie ihr sicher bemerkt habt!
Naja, jetzt, wo ich es endlich geschafft habe, die 18 zu knacken, muss ich mich aber immerhin selbst um die Eröffnung eines französischen Kontos, Besorgen einer französischen Handykarte, Wohngeldantrag kümmern. Bis jetzt habe ich das aber erfolgreich vor mir hergeschoben. Elodie hat mir schon netterweise angeboten, dabei zu helfen und ggf. zu übersetzen. Sie ist wirklich total nett!!
Wir gehen immer zusammen einkaufen, weil eine Mahlzeit pro Tag müssen wir uns ja selber machen. Es ist wirklich etwas komplett Neues für mich, beim Einkaufen auf die Preise zu achten. Aber es ist schon sinnvoll, zu sparen... Elodie ist da schon etwas geübter drin. Die Franzosen geben netterweise neben den Preisen für das Produkt auch den Kilo-/Literpreis an, sodass man sehr gut vergleichen kann. (Wenn es das in Deutschland auch gibt, habe ich mich soeben bis auf die Knochen blamiert... ;-))

Übermorgen dann ist meine Schonfrist endgültig vorbei, da geht die Uni los. Erstmal habe ich zwei Wochen ein Integrationsseminar, in dem man uns ganze Erstsemestler auf ungefähr den selben Wissensstand bringen will, was Methoden etc. angeht. Also werde ich (mal wieder ?!) lernen, wie man richtig Hausaufgaben oder Referate macht. Naja, aber es ist schon sinnvoll, sowas mit uns zu machen, immerhin hat diese Uni einen Ausländeranteil von 50%, die meisten davon sind Deutsche. In diesen zwei Wochen muss ich außerdem noch diverse Sprachtests über mich ergehen lassen, damit wir Studenten in verschiedene Sprachniveaus eingeteilt werden können. Abgefragt wird Grammatik, Wortschatz (ahhhhhh!!!) und auch das mündliche Ausdrucksvermögen. Komischerweise mache ich mir, was das angeht, in Englisch weitaus weniger Sorgen als in Französisch...Ich war am Montag schonmal mit Elodie an der Uni im Sekretariat, weil sie dort etwas abgeben musste. Sie sind wirklich nett da. Die Sprachtests sind nur dazu da, um uns einzusortieren und überhaupt nicht endgültig. Wenn wir uns in einem Niveau nicht wohl fühlen, können wir problemlos wechseln, hat man uns beruhigt.
Ich bin wirklich schon gespannt, wie das werden wird. Irgendwie habe ich schon ein bisschen Angst, dass ich da überfordert sein werde. Ich begegne diesem Sudium wirklich mit sehr großem Respekt...:-P(jaja, denkt euch euren Teil!!) Aber im Großen und Ganzen überwiegt doch die Vorfreude auf das Studium und die neuen Herausforderungen!

Heute Nachmittag werde ich mich mit meiner Patin treffen, die mir von der Uni zugewiesen wurde. (Die Uni ist wirklich unheimlich bemüht, was die Integration ihrer Erstsemstler angeht!!) Glücklicherweise ist das Wetter heute wunderschön, der Himmel ist strahlend blau und die Sonne scheint (naja, ok immerhin sind's 12°C *bibber*), aber wir werden wohl einen schönen Stadtbummel unternehmen. Nancy ist wirklich eine wunderschöne Stadt! Soweit ich das mit meinen doch sehr eingeschränkten architektonischen Kenntnissen einschätzen kann, ist sie komplett im Barockstil gehalten. Der Place Stanislas, das touristische Zentrum von Nancy (200 m von meinem Wohnheim entfernt), ist ganz in weißen Steinen gebaut, die Tore strotzen nur so von Goldverzierungen. Wenn die Sonne scheint, ist auf diesem Platz eine Sonnenbrille angebracht, sonst wird man echt durch die Helligkeit geblendet. Ich könnte euch echt noch so viel von Nancy erzählen, aber dann würde ich mit dieser Mail in 2 Tagen noch nicht fertig sein...Am besten ist es wirklich, wenn ihr mich besuchen kommt! Für die Mädels und meine Verwandten unter euch: Die Nonnen können euch billig ein Zimmer zur Verfügung stellen (ich glaube, für 12€ pro Nacht), Jungs und andere Bekannte: Sorry, was das angeht habt ihr Pech gehabt, aber es gibt hier in der Umgebung wunderschöne Hotels!
Es macht wirklich großen Spaß, Nancy zu besuchen, aber noch viel mehr Spaß würde es mir machen, Nancy mit euch zu besuchen. Ihr fehlt mir alle wahnsinnig!

So, das war auch schon mein erster großer Bericht von meinem Abenteuer Ausland. Ich würde mich freuen, wenn ihr mir möglichst schnell antwortet und mir ein paar Nachrichten aus der Heimat überbringt (oder von wo auch immer ihr wohnt!!)!

Also, bis zur nächsten Mail, macht's gut!

Viele liebe Grüße!

Hier noch ein paar Fotos von meinem Zimmer und dem Blick aus meinem Fenster:




16.9.07 16:10


Abenteuer Ausland - Teil II

So, ihr Lieben – mehr als eine Woche meines „stage d’intégration“ ist schon rum und bis jetzt bin ich in meiner Ansicht, die richtige Uni gewählt zu haben, eigentlich nur bestärkt worden. Aber ich sollte von vorne beginnen. Am Donnerstag, 13.9. hatten wir morgens, nach einem gemeinsamen Frühstück, den offiziellen Empfang vom Direktor. Zuerst bekamen wir eine kleine Kostprobe von der Oper von Nancy, denn unser Sprachenkoordinator ist auch gleichzeitig Sänger dort. Und so fing dieser Empfang mit dem „Vogelfänger“ an. Die Rede des Direktors vier Stunden gedauert…aber aber sie war auch wirklich interessant. Das Konzept von Sciences Po hat mich doch sehr stark an das Konzept der modernen Schule erinnert. Das Gebäude selber ist top ausgestattet. Dank W-Lan kann man sich überall ins Internet einloggen – was auch gerne mal zu kleinen MSN oder ICQ-Einlagen mitten in der Vorlesung führt, wie mir meine Patin berichtet hat…
Wir haben unseren hauseigenen Informatiker, der sich um das ganze Technikequipment (beeindruckend!!! Wir haben zum Beispiel auch Vorlesungen direkt aus Paris, die live per Videokonferenz übertragen werden und die wir hinterher nochmal auf einem Server – youtube ähnlich – anschauen können.) und auch um die zusammengebrochenen Rechner der Studenten kümmert. Die Hörsääle und die ganze Uni sind in einem super Zustand. Keine Kritzeleien auf den Tischen, alles hell und freundlich, also eine perfekte Lernatmosphäre . Man hat im Prinzip überall die Möglichkeit, sich mal kurz hinzusetzen und schnell ins Internet zu gehen. Wir haben einen kleinen Freizeitraum, wo Sofas stehen, die Schließfächer sind und wo sich auch ein Kicker befindet, sodass wir auch unseren Kopf mal frei kriegen können.
Was die Studenten hier angeht – Respekt! Der Direktor hat keinen Zweifel daran gelassen, dass wir ja hier an diese Uni kommen wollten und dass wir dafür große Anstrengungen unternommen haben (Bewerbungsdossier schicken, Bewerbungsgespräch meistern, etc… und dass deswegen auch erwartet wird, dass wir arbeiten. Daran habe ich keinen Zweifel. Es hört sich arrogant an, es so zu formulieren, aber es ist so: hier an dieser Uni befindet sich die Elite. Es gibt unheimlich viele „franco-allemands“ , die sowohl Deutsch als auch Französisch fließend sprechen; von Deutschen hat ein sehr großer Teil schonmal in Frankreich gelebt oder hat schon ein Jahr Französischstudium hinter sich. Sehr viele Leute haben den Abibac gemacht. Das kann einem so als ganz „normalen“ Menschen – deutsch, Abitur, noch nie in Frankreich gelebt, keine französisch-stämmige Verwandtschaft – schon verdammt viel Respekt einflößen. Ich habe häufig den Eindruck, mein Französisch ist unter aller Sau. Und, ja ich schäme mich auch dafür, in den letzten Tagen habe ich meistens mit Deutschen rumgehangen und natürlich Deutsch gesprochen… Aber auf der anderen Seite glaube ich, hier auch die Herausforderungen zu finden, die mir in der Schule zum Teil gefehlt haben. (Mist, schon wieder kommt diese Arroganz durch, obwohl ich es gar nicht so meine…) Ich glaube, es wird noch eine Weile dauern, bis wir alle hier kapieren werden, dass alle an dieser Uni früher schon zu den verdammt Guten gehört haben und dass hier andere Maßstäbe gelten als an unseren alten Schulen. Ich finde es aber auch irgendwie angenehm und auch sehr lustig, wenn man auf die Frage nach dem Abischnitt mit 1,1 antwortet, nicht mit tellergroßen Augen angeguckt wird und gefragt wird, ob man den dafür in den letzten beiden Jahren an der Schule überhaupt noch etwas anderes gemacht habe als lernen und wo der Hintergedanke „Streber!!“ einen geradezu anschreit, sondern wo man nur ein sehr erfreutes Lächeln und „Echt? Das ist ja lustig, ich auch!“ erntet. Ein sehr großer Teil der Deutschen hier wurden alle für die Studienstiftung des deutschen Volkes vorgeschlagen und so haben wir uns auch schon gut austauschen können, wie man denn seinen schriftlichen Lebenslauf am besten gestaltet…
Insgesamt habe ich eigentlich den Eindruck, in einer Art fortgesetzten Profilklasse zu sein. Uns alle hier verbindet das große Interesse an dem, was wir studieren werde. Hier diskutieren wir nicht am Morgen über die neuesten Entwicklungen in „Desperate housewives“, sondern eher über aktuelle politische Themen. (Zugegeben – das hört sich jetzt todlangweilig und spießig an, ist es aber nicht ;-) )

Elodie und ich haben uns inzwischen abgesprochen, sodass jede von uns immer mal eine Zeitung kauft, und wir die dann hinterher austauschen können. Ein anderes Projekt von uns ist auch noch, dass wir uns dann gegenseitig auf der jeweiligen Fremdsprache erzählen, was in der Welt so vor sich geht. Naja, realisiert haben wir das allerdings noch nicht :-P.
Jetzt am Wochenende ist hier in Nancy eine große Büchermesse „Livres sur la place“, wo die neuesten Bucherscheinungen vorgestellt werden. Das riesige Zelt, wo sich das alles abspielt, ist (mal wieder ;-) ) ganz nah von meinem foyer gelegen (5 Min zu Fuß, und so war ich in den letzten zwei Tagen auch zwei Mal schon dort. Mein armes Studentinnenbudget – es wurde mal wieder arg strapaziert. Bei Büchern kann ich einfach nicht widerstehen!! Aber wenigstens habe ich mir ein Buch gekauft, das mein Studium unterstützen wird: „L'Europe centrale et orientale“. Ich musste doch meine Uni – die auch einen Stand dort hatte – unterstützen. Aber im Moment hadere ich mit mir, ob ich nicht doch lieber andere Bücher hätte kaufen sollen: „Philosophie des relations internationales“ z.B....Ach man, die Bücher da waren alle so interessant! Naja, im Moment bin ich sowieso erstmal noch mit Sebastian Haffner - „Von Bismarck zu Hitler“ - beschäftigt, damit ich meine Zusatzkurs-Geschichtskenntnisse auf einen halbwegs annehmbaren Stand bringen kann...

Meine Sprachtests sind eigentlich alle ganz gut verlaufen, als erstes wurden wir in Englisch getestet. Da sind uns echt allen die Flicken aus der Hose gefallen, mein Gott, der Test war echt hart! Wir hatten einen Text aus der Financal Times über „Schlimmbesserungen“ im Kampf gegen den Klimawandel. Ich habe den Text gesehen und auch, dass da verschiedene Worte unterstrichen waren und konnte mir gleich denken was das heißt: 1. Suchen Sie Synonyme für die unterstrichenen Vokabeln und formulieren Sie die Sätze neu. Uff! Was um Himmels Willen heißt „dog“?? Ja, Hund, danke, so weit war ich auch, aber „TO dog“, als Verb? Dass „offset“ 'ne Sportwette ist, wusste ich auch vorher, aber die deutsche Übersetzung dieses Wortes als Verb?? Uff...naja, wenn man den Kontext dabei hatte und den Text (nach immerhin 3-4-maligem Durchlesen) halbwegs verstanden hatte, dann ging diese Aufgabe. Ansonsten sollten wir den Text noch in 5 Zeilen zusammenfassen und einen Essay über ein aktuelles Ereignis in der englischsprachigen Welt schreiben. Ich kann es nur wiederhoeln: UFFF! Dieser Test war wirklich hart. Aber insgesamt habe ich den Eindruck, dass die Franzosen größere Probleme hatten als wir Deutschen :-).
Aber, ihr könnt es euch vorstellen, ich hatte dafür einen riesigen Schiss vor dem entsprechenden Französischtest. Wenn Englisch schon so schwer war, was würde da erst in Französisch auf auf mich zukommen?? Da muss ich sagen, dieser Test war doch sehr human. Er hat mich sehr stark an meine ganzen DELF und DALF Prüfungen erinnert, die ich gemacht habe. Die Texte waren relativ leicht zu verstehen und (Gott-sei-Dank) mussten wir keine Vokabeln mehr erklären.
Basierend auf diesen Tests werden wir jetzt in Sprachniveaus eingeteilt, irgendwas zwischen 0 (blutiger Anfänger) und 5 (Muttersprachler). Dann kriegen wir extra Sprachunterricht unseren Niveaus entsprechend – demnach also in kleinen Kursen.
Ich bin mal gespannt, in welchem Niveau ich lande, denn um eine 4. Sprache (in meinem Fall Spanisch) anfangen zu können, muss ich mindestens die Niveaus 3 und 4 erreichen – oh là là! Mal sehen...
Am einfachsten fand ich übrigens den Spanischtest: ich konnte die erste Frage problemlos beantworten (Name?) und war sehr schnell fertig: Ich habe „grande débutante“ auf meinen Zettel geschrieben und bin wieder gegangen. :-D

Im Moment habe ich noch sehr viel Freizeit, wir haben maximal 4 Stunden „Vorlesungen“ am Tag, und alle sind vor allem darauf ausgelegt, dass wir das System (Einschreibungen, Technik...) von Sciences Po kennen lernen.
Die Zweitsemestler organisieren für uns sehr viele fakultative Freizeitbeschäftigungen: Am zweiten Abend hatten wir „Speeddating“, das war wirklich lustig. Es funktionierte nach dem Prinzip normalen „Speeddating“-Prinzip, nur dass es zum Ziel hatte, dass wir möglichst viele neue Leute aus unserem Jahrgang kennen lernten.
Letzten Dienstag waren wir in Straßburg und haben dort den Internationalen Gerichtshof für Menschenrechte besucht. Das war sehr interessant. Hinterher bin ich noch mit ein paar anderen Mädels zum europäischen Parlament gegangen, wo wir uns einen netten Securitymann geschnappt haben, der uns zwar keine Führung durch das Parlament geben konnte, uns aber lauter Infomaterial besorgt hat, so dass ich mein Zimmer jetzt mit einem sehr schönen Plakat vom Europäischen Parlament verschönern konnte.

Insgesamt wird mein Zimmer so langsam wirklich richtig gemütlich. Ich habe mir noch verschieden Lampen gekauft, so dass ich selbst abends nicht dieses hässliche Neonlicht ertragen muss, und auch sonst fange ich an, mich hier richtig wohl zu fühlen.
Zwischendurch hatte ich schon einige Tiefphasen, wo ich nichts lieber wollte, als wieder nach Köln zu fahren und irgendwas mit euch zu unternehmen, aber so langsam lebe ich mich ein. Es ist lustig, wie ihr fast alle geschlossen von meiner neuen (Wahl-)Heimat gesprochen habt. So habe ich das nämlich noch gar nicht gesehen und ich tue mir auch sehr schwer, es so zu sehen. Ich habe so langsam stark den Eindruck, dass ich zu einer Französin mutiere: Ich habe endlich mein französisches Konto, bin stolze Besitzerin meiner französischen Kreditkarte, habe endlich einen französisches Handy. Nur mit dem fließend Französisch sprechen hapert es noch etwas...Aber ich fühle mich nach wie vor als Kölnerin (ach ja, das ist übrigens sehr lustig: wenn man die Deutschen an meiner Uni fragt, wo sie herkommen kriegt man meistens entweder Berlin oder Köln als Antwort). Hier in Frankreich fehlt mir auf jeden Fall ein ordentliches Bier (letztens musste ich schon Heinken trinken...) und dann gibt es noch eine Unverschämtheit sondergleichen: Die Prüfungen am Semsterende liegen GENAU ÜBER KARNEVAL!!! Das heißt, ich kann über Karneval nicht nach Hause, ich kann nicht feiern, ich kann nich im Zoch mitgehen...ohoh, ich kriege so langsam mal wieder gaaanz starkes Heimweh. :-( Ich hab mit einigen Kölnern schon ernsthaft überlegt, eine Meuterei anzufangen oder zumindest mit Pappnase zu den Prüfungen zu erscheinen.
Ansonsten habe ich mit Überraschung festgestellt, dass der 11.11. in Frankreich ein Feiertag ist (Hoffnung keimte in mir auf!!) und dann muss ich tatsächlich feststellen: der 11.11.2007 ist ein SONNTAG. Hmpf. Irgendwie scheint mir mein Studium Karneval nicht zu gönnen.

Soweit ein erster grober Überblick über mein neues Leben als Studentin. Herzlichen Glückwunsch an diejenigen, die es tatsächlich geschafft haben, sich bis ganz ans Ende meines Textes durchzuschlagen und vorher nicht verhungert oder verdurstet sind ;-).

Beim nächsten Mal werde ich euch hoffentlich mehr über mein neues Studium in Politikwissenschaften, Wirtschaftswissenschaften, Jura und Geschichte auf Englisch, Französisch und Deutsch, das am 3.10. anfängt, erzählen können. (Das war jetzt eine weniger elegant eingebrachte Antwort auf eure Frage, was ich denn jetzt genau hier studieren werde...aber ihren Nutzen hat sie ja hoffentlich erfüllt ;-) )

Grüßt mir meine „alte Heimat“ schön – und nicht vergessen, ich bin ganz neugierig, was dort so vor sich geht! :-)

So, und am Ende noch ein paar Bilder meines Ausflugs nach Straßburg:

Ich im Innenhof des Europäischen Parlamentes:

Und mein ganzer Jahrgang vor dem Internationalen Gerichtshof für Menschenrechte:


23.9.07 13:03





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