Startseite
    Ereignisse
    Verschiedenes
  Über...
  Archiv
  Gedanken
  cliché ou fait?
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren

Webnews



http://myblog.de/mirabeille

Gratis bloggen bei
myblog.de





Abenteuer Ausland- Teil I

Hallo, ihr Lieben!

So, endlich schaffe ich es auch mal, mich aus dem schönen Nancy zu melden...eigentlich wollte ich schon Sonntag schreiben, aber das Internet in meinem ganzen Wohnheim ist komplett zusammengebrochen, also muss ich im Moment immer zum nächsten McDonalds (2 Minuten von hier) pilgern, da gibts es nämlich gratis W-Lan. Aber da habe ich einfach nicht die Ruhe um einen großen Erlebnisbericht zu schreiben. Es gibt so viel zu erzählen! Naja, jetzt bin ich auf die Idee gekommen, diesen Text einfach in Ruhe in meinem Zimmer offline zu schreiben und sie dann morgen in Ruhe vom Mäcces hochzuladen. Ich sags Euch: man merkt erst, wie abhängig man vom Internet ist, wenn man es NICHT hat. Das ist wirklich traurig. Aber jetzt mal zu den wirklich interessanten Dingen:

Letztes Wochenende habe ich den Umzug nach Nancy hinter mich gebracht. Meine ganzen Sachen habe ich in zwei großen Campingmobilen locker untergekriegt...ein bisschen Luxus braucht man ja schon. :-P Ich hatte mein Zimmer hier im Wohnheim ja noch in Erinnerung - dachte ich jedenfalls. Als ich dann hier war, habe ich festgestellt: dieses Zimmer ist seit meiner letzten Besichtigung auf jeden Fall um mindestens 4m² geschrumpft!! Naja, meine Sachen habe ich trotzdem alle unterbekommen, nicht zuletzt dank meines schier unfüllbaren Kleider(wand-)schranks! Nach einem Extremshopping in letzter Minute in Köln am Freitag und diversen Shoppingtouren durch die (alle maximal 5 Minuten entfernten) Einrichtungs- und Krimskramsläden, die mein armes Studentinnenbudget doch stark strapaziert haben, habe ich es inzwischen geschafft, mein süßes kleines Zimmer (etwas mehr als 10m² in eine kleine Ecke, wo man sich auch wirklich wohlfühlen kann, zu verwandeln. Ich wohne hier in einem Altbau (ich glaube ein vormaliges Kloster, das Wohnheim wird jedenfalls von Nonnen geführt (für alle, die das noch nicht wussten: JA, ICH, Sabine, wohne wirklich bei Nonnen!!!Hört sofort auf zu lachen!!!) direkt im Zentrum von Nancy gegenüber von der Kathedrale), der Boden ist schief (wenn ich mein Regal anschaue, were ich seekrank ;-)), die Wände scheinen mir aus Pappe zu sein. Jedenfalls höre ich es sogar, wenn meine Zimmernachbarin sich die Zähne putzt...naja, unter diesen Umständen kann ich aber wenigstens gut verstehen, warum Männerbesuch auf den Zimmern strengstens verboten ist :-D . Was das Stromnetz angeht, ist das wohl auch nicht allzu vertrauenswürdig, denn die Sicherung meines Zimmers ist für 2 Ampere ausgelegt. Ich kann mich glücklich schätzen, wenn ich es schaffe, Computer, Drucker, Schreibtischlampe und meine Boxen gleichzeitig am laufen zu haben. Meinen Fön und Wasserkocher kann ich hier total vergessen. Dafür muss ich in den Duschraum gehen. Aber damit kann ich auch leben (vielmehr stört mich wirklich, dass ich kein Internet habe!!!).
Aber das wars auch schon von den Nachteilen. Ich wohne hier wirklich so zentral, zentraler geht es wirklich nicht mehr. Sämtliche Geschäfte, Post, der Place Stanislas (das touristische Zentrum), der nächste Park, die nächste Straßenbahnhaltestelle und alles, was der Mensch sonst zum Leben braucht (nein, dazu zähle ich nicht McDonalds, auch wenn er sehr nah ist) liegt 5 Minuten oder weniger zu Fuß entfernt. Zu meiner Uni und zum Bahnhof sind es knapp 10 Minuten zu Fuß. Auch wenn ich erst seit 3 Tagen wirklich hier wohne, habe ich das wirklich schon zu schätzen gelernt.
Die anderen (bis zu 25) Mädels, die hier wohnen, sind alle sehr nett und die Nonnen geben ihr möglichstes, uns wirklich zu integrieren und uns bei anfänglichen Schwierigkeiten zu helfen. Mit einem Mädchen, Elodie, habe ich mich schon gut angefreundet. Sie wird auch bei Sciences Po studieren, von daher haben wir eigentlich die selben Interessen. Ihre Großeltern sind deutsche, sie spricht fast fließend Deutsch, dagegen fühle ich mich mit meinen Französischkenntnissen doch arg aufgeschmissen. ( Aber sie sagt ungefähr das selbe über mich...) Aber mal wieder stelle ich fest: irgendwie ist es doch sinnvoll, mal ab und zu Vokabeln zu lernen. In Französisch habe ich es ja im Prinzip meine ganze Schulzeit über geschafft, das zu vermeiden. Und in Englisch ist es auch nicht viel besser gewesen. Ich hätte wissen müssen, dass sich das irgendwann rächen wird...
Ich habe hier im Wohnheim Halbpension, unter der Woche muss ich also noch nicht mal kochen. Das Essen hier ist wirklich lecker und pro Mahlzeit hat man kriegt man 4 Gänge: Vorspeise, Hauptgang, Käse, Nachtisch. Die Portionen sind riesig, sodass ich mich mit einem Müsli als Frühstück, Mittagessen im Wohnheim und als Abendessen maximal einem Apfel und keinen kleinen Snacks zwischendurch den ganzen Tag überfüttert fühle. Das hat Elodie heute dazu veranlasst zu bemerken, dass die Deutschen generell ja sehr wenig essen. Also, ich weiß, man kann vieles über mich sagen, aber dass ich wenig esse, DAS war selbst mir komplett neu...
Also alles in allem, war mein Auszug zu Hause nicht der Ausbruch aus dem goldenen Käfig, sondern eher der Umzug in einen anderen, wie ihr sicher bemerkt habt!
Naja, jetzt, wo ich es endlich geschafft habe, die 18 zu knacken, muss ich mich aber immerhin selbst um die Eröffnung eines französischen Kontos, Besorgen einer französischen Handykarte, Wohngeldantrag kümmern. Bis jetzt habe ich das aber erfolgreich vor mir hergeschoben. Elodie hat mir schon netterweise angeboten, dabei zu helfen und ggf. zu übersetzen. Sie ist wirklich total nett!!
Wir gehen immer zusammen einkaufen, weil eine Mahlzeit pro Tag müssen wir uns ja selber machen. Es ist wirklich etwas komplett Neues für mich, beim Einkaufen auf die Preise zu achten. Aber es ist schon sinnvoll, zu sparen... Elodie ist da schon etwas geübter drin. Die Franzosen geben netterweise neben den Preisen für das Produkt auch den Kilo-/Literpreis an, sodass man sehr gut vergleichen kann. (Wenn es das in Deutschland auch gibt, habe ich mich soeben bis auf die Knochen blamiert... ;-))

Übermorgen dann ist meine Schonfrist endgültig vorbei, da geht die Uni los. Erstmal habe ich zwei Wochen ein Integrationsseminar, in dem man uns ganze Erstsemestler auf ungefähr den selben Wissensstand bringen will, was Methoden etc. angeht. Also werde ich (mal wieder ?!) lernen, wie man richtig Hausaufgaben oder Referate macht. Naja, aber es ist schon sinnvoll, sowas mit uns zu machen, immerhin hat diese Uni einen Ausländeranteil von 50%, die meisten davon sind Deutsche. In diesen zwei Wochen muss ich außerdem noch diverse Sprachtests über mich ergehen lassen, damit wir Studenten in verschiedene Sprachniveaus eingeteilt werden können. Abgefragt wird Grammatik, Wortschatz (ahhhhhh!!!) und auch das mündliche Ausdrucksvermögen. Komischerweise mache ich mir, was das angeht, in Englisch weitaus weniger Sorgen als in Französisch...Ich war am Montag schonmal mit Elodie an der Uni im Sekretariat, weil sie dort etwas abgeben musste. Sie sind wirklich nett da. Die Sprachtests sind nur dazu da, um uns einzusortieren und überhaupt nicht endgültig. Wenn wir uns in einem Niveau nicht wohl fühlen, können wir problemlos wechseln, hat man uns beruhigt.
Ich bin wirklich schon gespannt, wie das werden wird. Irgendwie habe ich schon ein bisschen Angst, dass ich da überfordert sein werde. Ich begegne diesem Sudium wirklich mit sehr großem Respekt...:-P(jaja, denkt euch euren Teil!!) Aber im Großen und Ganzen überwiegt doch die Vorfreude auf das Studium und die neuen Herausforderungen!

Heute Nachmittag werde ich mich mit meiner Patin treffen, die mir von der Uni zugewiesen wurde. (Die Uni ist wirklich unheimlich bemüht, was die Integration ihrer Erstsemstler angeht!!) Glücklicherweise ist das Wetter heute wunderschön, der Himmel ist strahlend blau und die Sonne scheint (naja, ok immerhin sind's 12°C *bibber*), aber wir werden wohl einen schönen Stadtbummel unternehmen. Nancy ist wirklich eine wunderschöne Stadt! Soweit ich das mit meinen doch sehr eingeschränkten architektonischen Kenntnissen einschätzen kann, ist sie komplett im Barockstil gehalten. Der Place Stanislas, das touristische Zentrum von Nancy (200 m von meinem Wohnheim entfernt), ist ganz in weißen Steinen gebaut, die Tore strotzen nur so von Goldverzierungen. Wenn die Sonne scheint, ist auf diesem Platz eine Sonnenbrille angebracht, sonst wird man echt durch die Helligkeit geblendet. Ich könnte euch echt noch so viel von Nancy erzählen, aber dann würde ich mit dieser Mail in 2 Tagen noch nicht fertig sein...Am besten ist es wirklich, wenn ihr mich besuchen kommt! Für die Mädels und meine Verwandten unter euch: Die Nonnen können euch billig ein Zimmer zur Verfügung stellen (ich glaube, für 12€ pro Nacht), Jungs und andere Bekannte: Sorry, was das angeht habt ihr Pech gehabt, aber es gibt hier in der Umgebung wunderschöne Hotels!
Es macht wirklich großen Spaß, Nancy zu besuchen, aber noch viel mehr Spaß würde es mir machen, Nancy mit euch zu besuchen. Ihr fehlt mir alle wahnsinnig!

So, das war auch schon mein erster großer Bericht von meinem Abenteuer Ausland. Ich würde mich freuen, wenn ihr mir möglichst schnell antwortet und mir ein paar Nachrichten aus der Heimat überbringt (oder von wo auch immer ihr wohnt!!)!

Also, bis zur nächsten Mail, macht's gut!

Viele liebe Grüße!

Hier noch ein paar Fotos von meinem Zimmer und dem Blick aus meinem Fenster:




16.9.07 16:10
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung