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Der Franzose mit der Zigarette im Mund, der Baguette unter dem Arm in einem Straßencafé sitzend? Der Deutsche in Kniebundhosen, ein Bier in der Hand haltend und Würste essend auf dem Oktoberfest? Eigentlich sollte man glauben, dass zwei sich so nahe stehende Länder auch ähneln. Aber dem - ich spreche aus meiner Erfahrung - ist nicht so. Also soll der kleine aber feine Unterschied, der zum Teil erst bei intensivem Erleben Frankreichs in Erscheinung tritt, hier seinen Ausdruck finden...

 

 

Ampel, die

In Frankreich im Prinzip überflüssige Einrichtung. Man geht, wenn kein Auto kommt, ob rot oder grün interessiert eh niemanden! Der disziplinierte Deutsche ist anfangs entsetzt, gewöhnt sich mit Pioniergeist aber schnell an das System, perfektioniert es und wird von Franzosen nach einer erfolgreichen Straßenüberquerung häufig mit den Worten „Das war jetzt aber gefährlich“ angesprochen.

Autoritätsglaube, der

Französisches Phänomen. Wird von Kindesbeinen an beigebracht. Hauptaspekte: die Autoritätsperson weiß alles und ist unfehlbar. Kritik (auch konstruktiver Art)streng verboten, wird ansonsten als Beleidigung aufgegriffen.

Bier, das

Getränk. Als typisch deutsch bekannt, aber auch in Frankreich in vielen Sorten weit verbreitet. Die deutsche (kölsche?) Kultur des „Mal ein Bier trinken Gehens“ ist in Frankreich unüblich. Das französische Äquivalent ist das -> Straßencafé. Geht man in Frankreich mit Jugendlichen weg, wird eher ein Cocktail getrunken. Irritierte bis belustigte Blicke sind einem sicher, wenn man sich als junge Frau ein Bier bestellt. Französisches Bier ist (mal subjektiv gesehen) nicht so gut wie deutsches. Aber mir geht ja auch nix über mein heißgeliebtes KölschJ!

Dissertation, die französische (!)

Deux parties, deux sous-parties (nach Sciences Po). Ziel einer Dissertation ist es, die gestellte Frage nicht zu beantworten und als Hinführung dazu verschiedene Argumente unter einer eigens gesuchten „problématique“ darzulegen. (Dies war die Definition meines méthodologie profs, das ist also noch nicht mal sarkastisch gemeint^^)

Esskultur, die

In Deutschland eher nicht existentes Phänomen. Die Mahlzeiten haben in Frankreich eine eigene Bedeutung, es wird nicht barbarisch einfach irgendwas in sich reingestopft…
Grundsätzlich gilt:
Frühstück: eher karg, Baguette und/oder Cornflakes in Milch. Dazu Kaffee, Tee oder Kakao. Die mit Butter und Marmelade bestrichene Baguette wird in die Flüssigkeit getunkt um ein ideales Geschmackserlebnis zu kreieren.
Mittagessen: ausgiebig und warm. 4 Gänge: warme Mahlzeit, Salat (evtl. auch als Vorspeise), Käse, Dessert.
Abendessen: noch ausgiebiger: Warm, 4 Gänge…
Für den Durchschnittsdeutschen (der eher viel isst) ist eine Mahlzeit mittags und eine Schale Cornflakes morgens (ohne diese grässliche Baguettetunkerei, igitt!) vollkommen ausreichend um sich wie eine Weihnachtsgans kurz vor dem Schlachten zu fühlen.

Exposé, das

Vortrag, Referat. An Sciences Po nach deux parties, deux sous-parties gegliedert. 10 Minuten lang. Interessant die national offenbar unterschiedliche Auffassung eines Exposés. Deutsche verstehen darunter einen Lehrauftrag, die Aufgabe, ihre Kommilitonen ein bestimmtes Thema näherzubringen, sodass sie es auch verstehen. Franzosen lesen gerne einen geschriebenen Text ab. Ziel: dem Lehrer Kenntnisse zeigen, die Zuhörer sind egal.

Fernsehen, das

Französische Katastrophe. Selbst die seriösen Sender können in keinster Weise den Nachrichten von ARD oder ZDF das Wasser reichen. Aktuellstes Beispiel, dass mal wieder zu einer angeregten Diskussion führte:
France 2: Al Gore hat den Friedensnobelpreis
tagesschau (ARD): Der UN-Klimarat und der ehemalige amerikanische Vizepräsident Al Gore haben den Friedensnobelpreis erhalten. Die Entscheidung kam überraschend und schien umstritten zu sein, weshalb der Preis nun aufgeteilt wurde...

Mode, die

Auch unter „Pariser Chic“ bekannt. Von Französinnen beeindruckend beherrschtes Gebiet. Die bequeme Kombination Jeans-T-Shirt, oder Jeans-Bluse oder auch andere in Deutschland als schick angesehene Kombinationen scheinen hier barbarisch. Der französische klassische Kleidungsstil ist eher romantisch angehaucht, Spitzen, Stickereien und Accessoires sind selbstverständlich. Gedeckte Farben.

Respekt, der

Bei Angehörigen der deutschen Nationalität in gesundem Maße vorhanden. Er hört dort auf, wo die freie Meinungsäußerung eingeschränkt wird. Von Franzosen entsetzt beobachtetes Phänomen. (siehe auch: -> Autoritätsglaube)

Rugby

In Deutschland fast unbekannter Sport, der der Legende nach von William Webb Ellis in der School of Rugby durch die Missachtung der Footballregeln begründet worden sein soll. In Frankreich Sportart Nummer 2 nach Fußball, im Moment, aufgrund der laufenden WM, sogar Sportart Nummer 1. Staatstrauer, nachdem Frankreich am Samstag, 13.10. im Halbfinale gegen den amtierenden Weltmeister England velor.

Straßencafé, das kleine

Unter Franzosen sehr beliebter Aufenthaltsort zum reden, arbeiten, sitzen, Zeit verbringen. Typisch französisch, von daher in Frankreich an jeder Ecke mindestens zweimal zu finden. In Deutschland wenig verbreitetes Phänomen, wie in Deutschland lebende Franzosen gerne beklagen. Deutsche (ich!!!) gewöhnen sich schnell und gerne an dieses wesentliche Element französischer Kultur.

Wurst, die

Als typisch deutsch bekannt. Zu Recht. Franzosen sind unfähig, ordentliche Würste herzustellen. Ausnahmen stellen südfranzösische Salamis (korsische Eselswurst) dar.




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